Schreibstil und andere Holprigkeiten

Früher. Da hab ich einfach immer drauf los geschrieben, so wie mir die Nase gewachsen ist. So wie ich sprechen würde. Eben einfach authentisch. Mittlerweile lese ich so viele akademische Texte, dass ich mir manchmal selbst gekünstelt vorkomme. Manchmal denke ich minutenlang über eine Formulierung nach und denke mir am Ende: Wieso eigentlich? Wieso nicht so schreiben wie ich denke?

Ganz einfach: Weil ich nicht als dumm dastehen will und es einfach mittlerweile gewohnt bin, mich gewählt auszudrücken (oder es wenigstens zu versuchen).

Aber eigentlich ist es doch viel echter, wenn man schreibt wie man denkt. Ich bin begeisterte Leserin von Joanas Blog und ihre Beiträge bringen mich immer wieder zum Schmunzeln. Selbst für mich „Schminkhorst“ (wie sie es nennt) ist das was. Bei ihr klingt es alles so Frei Schnauze und ich finde es genial! Selbstironie ist sowieso meine liebste Art von Humor.

Was ich eigentlich mit dem Blogpost sagen will: Für mich heißt es „Back to the Roots“. Ich versuche beim Schreiben einfach wieder mehr ich selbst zu sein. Mal sehen ob’s klappt. Drückt mir die Daumen 😀

Das heißt übrigens nicht, dass die letzten Beiträge Humbug sind. Es geht nur um den Stil, in dem sie geschrieben worden.

Wie ist das denn bei euch? Macht ihr euch viele Gedanken darüber, wie ihr was schreibt, oder kommt das einfach so?

PS: Schön, dass das Wort holprig auch wirklich holprig klingt.

8 Gedanken zu „Schreibstil und andere Holprigkeiten“

  1. Ja, ich weiß genau was du meinst! Ich erwische mich leider ziemlich oft dabei, wie ich entstehende Blogposts (Arbeiten für die Uni, Mails, …) wieder und wieder durchlese – manchmal, weil ich mich an meinen eigenen Formulierungen erfreue (oh Gott, das klingt schlimm), manchmal aber auch, um hier und da noch fünf Mal zu feilen und noch ein bisschen besser/klüger/witziger zu klingen. Ich denke, die Medaille hat zwei Seiten. Es ist gut, wenn man auf seine Formulierungen achtet und einen halbwegs anspruchsvollen Stil entwickelt. Der Leser bemerkt ja auch, ob man sich Mühe gibt oder einfach nur irgendetwas hinschmiert. Mit Blogs, die „Kp was ich noch schreiben soll haha :D“ Posts bringen, fange ich nichts an. Aber das meintest du ja sicher auch nicht – das Beispiel, das du genannt hast, ist tatsächlich sehr cool. Ich denke aber sehr wohl, dass sie hier und da noch etwas an ihren Einträgen feilt, kein Mensch ist auf Anhieb so lustig 😉 Aber das ist ja auch gut so. Ich denke, der goldene Mittelweg macht’s!
    Liebe Grüße
    Sabine

    1. @Sabine: Hehe, da das kenne ich auch. Manchmal hat man einen Geistesblitz und dann klingt es eben einfach gut! Da kann man sich ruhig dran erfreuen 😉 Und ja, ich stimme dir vollkommen zu, wenn du sagst, das man Beiträge ja grundsätzlich nochmal durchliest und verbessert. Das ist ein wichtiger Punkt, jedoch sollte man sie Gedanken machen in welche Richtung man diese Verbesserungen vornimmt. Ich bin vollkommen dafür seine Blogeinträge witzig zu gestalten, aber was ich mich gefragt habe ist, ob man es unbedingt ins „akademische“ verbessrn muss.
      Den „goldenen Mittelweg“ finde ich schön ausgedrückt.

      Ganz liebe Grüße
      Caro

  2. Ich stell mir immer vor, das mir jemand gegenüber sitzt und ich es ihn erzähle, beim schreiben. Ich schreib die Beiträge ja meistens auf Papier vor. Aber offiziell blogge ich „nach Mundart“…

    1. Ja, bei deinen Beiträgen ist mir das auch aufgefallen; Die klingen authentisch. Ich glaube auch, dass auf Papier vorschreiben eine gute Sache ist und dabei hilft. Allerdings fehlt mir dafür einfach die Zeit. Ich sitze einfach am PC und tippsel etwas vor und speicher erstmal als Vorlage ab. Wenn ich dann später nochmal drüber stolper, dann schreib ich weiter oder poste es gleich, je nachdem 😉

  3. Bei Buchrezensionen finde ich das ganz nützlich. Dann les ich mir das durch und denk mir: „Mensch, das hast du noch vergessen und das hast du vergessen!“ 😀
    Kleinere Beiträge schreib ich auch aufn PC gleich… das sind dann meistens die Rückblicke oder Blogupdates…

    (Bitte hier antworten und nicht auf meinen Blog)

    1. Richtig! Während man schreibt steckt man meistens noch so in der Geschichte drin und konzentriert sich auf bestimmte Sachen. Wenn man dann nochmal drüber liest hat man nochmal das Gesamtbild vor Augen und kann beser entscheiden was wichtig ist und was nicht ;D
      Planst du deine Beiträge eigentlich lange bevor du sie schreibst?

      (Gut zu wissen. Mittlerweile macht das Jeder anders. Die einen lesen das eine nicht, die anderen das andere. Früher war das irgendwie einfacher :P)

  4. Meistens schreibe ich so, wie es mir in den Kopf kommt, versuche aber gleichzeitig, die Sätze auch irgendwie verständlich zu schreiben. Bei Kommentaren gebe ich mir da weniger Mühe. 😀

    Blogeinträge sollten nicht zu gekünstelt wirken, sondern so, als würde man einer Freundin schreiben bzw. etwas einer Freundin lesen, die einem etwas erzählt.

    1. Den Gedanken mit der „für eine Freundin schreiben“ finde ich einen guten Anhaltspunkt.
      Kommentare überlege ich mir zwar, logischerweise, auch was ich schreiben soll, aber das ist dann eher so die „Diskussionsrunde“ nach dem Vortrag, darum ist mir die Wortwahl da auch eher unwichtig. 😉

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