Kaffeeplausch im Kaffeerausch

Anfangen zu Schreiben wird umso schwerer, je länger man es vor sich her schiebt. Also jetzt hier, frei von der Leber weg, mit jeder Menge Kaffee intus und nach dem Motto: Was ist so los in Caros Leben:

Kennt ihr dass, wenn man sich für etwas entscheidet, von dem euch alle abraten und ihr am Ende merkt: Mist, die hatten Recht? Jepp, so gehts mir momentan. Ich liebe Englisch und das war, neben Harry Potter und Webdesign, das einzige für das ich mich je wirklich interessierte. Jetzt bin ich fertig mit meinem Englisch und Erziehungswissenschaftsstudium und weiß nicht was ich damit anfangen soll. Also so, wie mir das alle schon vorher prophezeit hatten. Erziehungswissenschaft war reine Zeitverschwendung und ich bezweifle, dass ich irgendetwas daraus mitgenommen habe, außer dem Wissen, dass ich dazu in der Lage bin, 15-seitige Hausarbeiten in 2 Tagen zu schreiben und mir dabei allerhand aus den Fingern zu saugen. Ist ja auch was. Darum hänge ich momentan ziemlich durch, weiß nicht wohin mit mir und wie es weiter geht und bin vollkommen unmotiviert. Dafür kenne ich alle möglichen Websiten zu Karriere und Jobsuche. Man muss ja auch das gute dabei sehen.

Ein anderer guter Punkt an der vielen Zeit die ich gerade habe ist, dass ich wieder zum Lesen und Malen komme. Momentan lese ich „World Without End“ von Ken Follett. Ein richtig schöner dicker Schinken und ich liebe ihn. Ich hatte das Buch schon einmal gelesen, aber das war vor meinem Studium und es ist lustig zu sehen was ich damals alles nicht, oder falsch verstanden habe, aber auch, woran ich mich noch erinnern kann. Ist ja immerhin schon 6 oder 7 Jahre her. Dafür, dass ich mich manchmal nicht mal daran erinnern kann, was ich den Tag zuvor gemacht habe, finde ich das doch erstaunlich *mir auf die Schulter klopf*

Und weil ich gerade so viel Kaffee trinke, hier ein Aquarell einer Kaffee-Tasse:

Coffeelovers

Damit beende ich diesen „mimimimimi“-Post und schicke euch in euren wohl verdienten Sonntag.

Eine wundertolle Woche
Caro

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Über die Angst

Bisher habe ich diesen Blog immer sehr unpolitisch gehalten. Politik ist nicht gerad meine Stärke auch wenn ich dann und wann mal wieder reinschnuppere um nichts zu verpassen. Nach den letzten Landtagswahlen aber, habe ich Angst.

Die AfD hat es in alle 3 Landtage geschafft und zwar jeweils mit einem Wahlergebnis im zweistelligen Prozentbereich. In Sachsen-Anhalt haben sie sogar 24% aller Stimmen bekommen.

Es macht mir Angst zu sehen, was für ein Rechts-Ruck durch die Gesellschaft geht. Es macht mir Angst zu sehen, was Angst vor dem Ungewissen und die Panikmache der Medien in einem Menschen auslösen. Und es macht mir Angst, wie viele Menschen die AfD gewählt haben, ohne sich mit ihr zu beschäftigen; die nur ihr Kreuzchen dort gesetzt haben, weil sie sich vor den Auswirkungen der momentanen Flüchtlingssituation fürchten und sich nicht einmal den Rest des Wahlprogrammes durchgelesen haben.

Die AfD möchte Deutschland vom Rest der Welt abschotten, wollen, dass die Frau wieder hinter dem Herd steht, möchten den Mindestlohn abschaffen und das Reiche weniger Steuern zahlen müssen. Sie wollen außerdem keine Mietpreisbremse und sind gegen Beitragsfreie KiTas … die Liste geht weiter und weiter und zu wenige der AfD Wähler wissen, was sie da eigentlich gewählt haben, wem sie die Macht gegeben haben über Gesetze zu entscheiden die ihr Leben grundlegend beeinflussen.

Und die mein Leben beeinflussen.

Immer wieder lausche ich Unterhaltungen über Flüchtlinge mit Schrecken, weil dort so viel Unmenschlichkeit, so wenig Empathie und erschreckenderweise auch jede Menge Neid heraussticht. Erst vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit jemandem, der meinte, die Flüchtlinge bekämen alles hinterhergeworfen, sie würden Geld bekommen, ohne dafür arbeiten zu müssen, seien nicht bereit die deutsche Sprache zu lernen und blieben ja eh‘ nur in ihren kleinen Kreisen. Da musste ich hart Schlucken. Der Herr mit dem ich dieses Gespräch führte, hatte sich gerade ein neues Haus gekauft, hat Frau und Kind, die beide arbeiten und gut Geld verdienen. Wo kommt also dieser Neid her? Ihm fehlt es doch an nichts. Wie soll ein Flüchtling anständig Deutsch lernen, wenn hier in Deutschland wenige Leute arabisch sprechen und Deutschkurse nicht bezahlt werden? Wenn man nach draußen geht und niemand einen versteht? Glauben die Menschen, dass es ein schönes Gefühl ist, Gelder vom Staat zu beantragen, Anträge ausfüllen zu müssen die man nicht versteht? Jeder der schon einmal einen Hartz IV Antrag ausfüllen musste weiß wie erniedrigend das sein kann. Und wo sonst sollen sie denn Geld herbekommen, wenn es fast unmöglich ist eine Arbeitserlaubnis zu bekommen?

Jetzt habe ich mich doch etwas in Rage geredet, aber dieses Thema beschäftigt mich täglich und ich könnte seitenweise darüber schreiben, wie traurig es mich macht. Wenn man sich einfach ein bisschen informieren würde und nicht blind drauf los hassen würde, nur damit man etwas hat, worüber man sich auslassen kann … Haben wir aus der Geschichte denn gar nichts gelernt?

Einen nachdenklichen Mittwoch,
Caro

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