Mein erster Blogpost – Erinnerungen einer Bloggerin

Bei Jenni habe ich letztens eine tolle Idee gesehen: Sie beschreibt ihren ersten richtigen Blogpost und wie sie sich von damals zu heute entwickelt hat. Ungemein interessant wie ich finde und darum greife ich das Ganze gleich mal auf:

Was war mein erster Blogpost? Wie habe ich damals gebloggt?

Wie es der Zufall will, exsistiert mein erster Blog sogar noch! und hier präsentiere ich (nicht mit Stolz, nein, nein) meinen ersten Blogpost vom 28.01.2006:

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich anscheinend einen Feuchten darum gekümmert habe, wie meine Rechtschreibung und Grammatik aussieht (man beachte: „meinen erste eigene Homepage“), hatte ich der Welt auch nichts Spannenderes zu erzählen, als dass ich durch Zufall auf Myblog gestoßen war und uuunbedingt auch so etwas wollte. Ohne Smilys und *lol* konnte kein Satz geschrieben werden.

Anfangs habe ich ausschließlich über die Kleinigkeiten des Lebens geschrieben. Keine großen Geschichten, nur sowas wie: „Schule war heute doof, ich habe 2 Tests verhauen“ oder „Ich habe ein neues Layout!“ mit dem ein oder anderen  „SCHREIBT IN MEIN GÄSTEBUCH!!!111eins!elf“. Es war für mich wie ein Tagebuch, in das ich vollkommen ungefiltert hineinschrieb. Ich würde gerne mal wissen, wann sich das geändert hat. Seit wann schreibe ich nicht mehr, was es zum Mittag bei mir gab und ob ich den heutigen Arbeitstag „voll doof“ fand oder nicht? Und ist das jetzige jetzt besser oder nicht?

Wie stehts bei euch? Könnt ihr euch noch an euren ersten Blogpost erinnern? Wie habt ihr euch seitdem entwickelt?

Damit einen schönen Dienstag,
Caro

Merken

Merken

Neuer Job, Neue Wohnung, Neues Auto und Verlobt – Hooraaaay! :D

Endlich kann ich davon berichten! Alles ist offiziell, in Sack und Tüten und ich habe meinen ersten Arbeitsmonat hinter mir. Vor euch steht (oder eher sitzt) also jetzt eine kaufmännische Mitarbeiterin im Bankenwesen. „Bankenwesen“ werdet ihr euch jetzt denken? Hat die nicht was mit Englisch und Erziehungswissenschaften studiert und nichts Kaufmännisches. Ja, ganz genau. Das schöne ist, dass die Bank bei der ich mich jetzt Angestellte nennen darf dringend Leute mit guten Englischkenntnissen gesucht hat, weil alle Aktien und Wertpapiergeschäfte nun einmal auf Englisch gehandelt werden. Und Schwupps, hatte ich den Job! Ich hätte auch nie gedacht, das mich ein Job bei der Bank interessieren, geschweige denn, mir Spaß machen könnte, aber ich bin momentan super happy!

Als nächstes darf ich verkünden, das mein Freund, ach was sag ich, mein Verlobter, vor mir auf die Knie ging und ich einfach ganz laut JA JA JA! geschrien habe. Schwupps, war ich Verlobt. WHOOOP! Und ich will ja nicht angeben aaaaaaaber, mein Herr hat den Ring sogar selbst geschmiedet! (Ich konnte mir den Gedanken an Herr der Ringe natürlich nicht verkneifen: „Ein Ring sie zu Knechten, muhahahaha“, bisher verspüre ich aber noch keine dunklen Mächte in mir aufsteigen und bislang bin ich für alle auch noch sichtbar).

Weil mein Männlein leider sein Studium abbrechen musste, hat er sich nach etwas Neuem umschauen müssen und hat zum Glück auch eine Ausbildung zum Steinbildhauer gefunden, die auch noch nur 20min von meiner Arbeit entfernt ist. Leider fährt in dieses süße Dörfchen kein Bus, also mussten wir nicht nur umziehen, sondern uns auch, mit der Unterstützung von Seans und meiner Eltern, ein Auto kaufen. Ich habs soo lieb! Es ist TARDIS-Blau!

Zu guter Letzt: Man hat vielleicht gemerkt das hier in letzter Zeit nicht allzuviel los war. Das lag natürlich an dem ganzen Tohuwabohu und wie ich im letzten Post schon geschrieben habe, meiner Allgemeinen Unlust und dem ganzen Selbstmitleid in dem ich versunken bin. Zusätzlich war ich unzufrieden mit meinem Layout, aber es schien sich ein Fehler in mein WordPress eingeschlichen zu haben, der mich davon abhielt Layouts ändern zu können. Nun, habe ich mich doch getraut und alles neu aufgesetzt und nun funktioniert auch alles wieder. Also erschein Papershoe gerade wieder im neuen, wenn auch schlichtem Gewand.

Was habe ich verpasst während ich weg war? Genießt ihr die letzten Sonnenstrahlen des Sommers noch?

Einen wunderschönen Sonntagabend,
Caro

Kaffeeplausch im Kaffeerausch

Anfangen zu Schreiben wird umso schwerer, je länger man es vor sich her schiebt. Also jetzt hier, frei von der Leber weg, mit jeder Menge Kaffee intus und nach dem Motto: Was ist so los in Caros Leben:

Kennt ihr dass, wenn man sich für etwas entscheidet, von dem euch alle abraten und ihr am Ende merkt: Mist, die hatten Recht? Jepp, so gehts mir momentan. Ich liebe Englisch und das war, neben Harry Potter und Webdesign, das einzige für das ich mich je wirklich interessierte. Jetzt bin ich fertig mit meinem Englisch und Erziehungswissenschaftsstudium und weiß nicht was ich damit anfangen soll. Also so, wie mir das alle schon vorher prophezeit hatten. Erziehungswissenschaft war reine Zeitverschwendung und ich bezweifle, dass ich irgendetwas daraus mitgenommen habe, außer dem Wissen, dass ich dazu in der Lage bin, 15-seitige Hausarbeiten in 2 Tagen zu schreiben und mir dabei allerhand aus den Fingern zu saugen. Ist ja auch was. Darum hänge ich momentan ziemlich durch, weiß nicht wohin mit mir und wie es weiter geht und bin vollkommen unmotiviert. Dafür kenne ich alle möglichen Websiten zu Karriere und Jobsuche. Man muss ja auch das gute dabei sehen.

Ein anderer guter Punkt an der vielen Zeit die ich gerade habe ist, dass ich wieder zum Lesen und Malen komme. Momentan lese ich „World Without End“ von Ken Follett. Ein richtig schöner dicker Schinken und ich liebe ihn. Ich hatte das Buch schon einmal gelesen, aber das war vor meinem Studium und es ist lustig zu sehen was ich damals alles nicht, oder falsch verstanden habe, aber auch, woran ich mich noch erinnern kann. Ist ja immerhin schon 6 oder 7 Jahre her. Dafür, dass ich mich manchmal nicht mal daran erinnern kann, was ich den Tag zuvor gemacht habe, finde ich das doch erstaunlich *mir auf die Schulter klopf*

Und weil ich gerade so viel Kaffee trinke, hier ein Aquarell einer Kaffee-Tasse:

Coffeelovers

Damit beende ich diesen „mimimimimi“-Post und schicke euch in euren wohl verdienten Sonntag.

Eine wundertolle Woche
Caro

Über die Angst

Bisher habe ich diesen Blog immer sehr unpolitisch gehalten. Politik ist nicht gerad meine Stärke auch wenn ich dann und wann mal wieder reinschnuppere um nichts zu verpassen. Nach den letzten Landtagswahlen aber, habe ich Angst.

Die AfD hat es in alle 3 Landtage geschafft und zwar jeweils mit einem Wahlergebnis im zweistelligen Prozentbereich. In Sachsen-Anhalt haben sie sogar 24% aller Stimmen bekommen.

Es macht mir Angst zu sehen, was für ein Rechts-Ruck durch die Gesellschaft geht. Es macht mir Angst zu sehen, was Angst vor dem Ungewissen und die Panikmache der Medien in einem Menschen auslösen. Und es macht mir Angst, wie viele Menschen die AfD gewählt haben, ohne sich mit ihr zu beschäftigen; die nur ihr Kreuzchen dort gesetzt haben, weil sie sich vor den Auswirkungen der momentanen Flüchtlingssituation fürchten und sich nicht einmal den Rest des Wahlprogrammes durchgelesen haben.

Die AfD möchte Deutschland vom Rest der Welt abschotten, wollen, dass die Frau wieder hinter dem Herd steht, möchten den Mindestlohn abschaffen und das Reiche weniger Steuern zahlen müssen. Sie wollen außerdem keine Mietpreisbremse und sind gegen Beitragsfreie KiTas … die Liste geht weiter und weiter und zu wenige der AfD Wähler wissen, was sie da eigentlich gewählt haben, wem sie die Macht gegeben haben über Gesetze zu entscheiden die ihr Leben grundlegend beeinflussen.

Und die mein Leben beeinflussen.

Immer wieder lausche ich Unterhaltungen über Flüchtlinge mit Schrecken, weil dort so viel Unmenschlichkeit, so wenig Empathie und erschreckenderweise auch jede Menge Neid heraussticht. Erst vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit jemandem, der meinte, die Flüchtlinge bekämen alles hinterhergeworfen, sie würden Geld bekommen, ohne dafür arbeiten zu müssen, seien nicht bereit die deutsche Sprache zu lernen und blieben ja eh‘ nur in ihren kleinen Kreisen. Da musste ich hart Schlucken. Der Herr mit dem ich dieses Gespräch führte, hatte sich gerade ein neues Haus gekauft, hat Frau und Kind, die beide arbeiten und gut Geld verdienen. Wo kommt also dieser Neid her? Ihm fehlt es doch an nichts. Wie soll ein Flüchtling anständig Deutsch lernen, wenn hier in Deutschland wenige Leute arabisch sprechen und Deutschkurse nicht bezahlt werden? Wenn man nach draußen geht und niemand einen versteht? Glauben die Menschen, dass es ein schönes Gefühl ist, Gelder vom Staat zu beantragen, Anträge ausfüllen zu müssen die man nicht versteht? Jeder der schon einmal einen Hartz IV Antrag ausfüllen musste weiß wie erniedrigend das sein kann. Und wo sonst sollen sie denn Geld herbekommen, wenn es fast unmöglich ist eine Arbeitserlaubnis zu bekommen?

Jetzt habe ich mich doch etwas in Rage geredet, aber dieses Thema beschäftigt mich täglich und ich könnte seitenweise darüber schreiben, wie traurig es mich macht. Wenn man sich einfach ein bisschen informieren würde und nicht blind drauf los hassen würde, nur damit man etwas hat, worüber man sich auslassen kann … Haben wir aus der Geschichte denn gar nichts gelernt?

Einen nachdenklichen Mittwoch,
Caro

5 Tipps wie man sich erfolgreich vor dem Bloggen drücken kann

1. Habe grundsätzlich immer ganz viel zu tun

Dein Terminkalender muss aus allen Näten platzen und es darf sich auf gar keinen Fall Platz fürs Bloggen finden. Nicht mal 5 Minuten. Nicht mal Ideen aufschreiben, nein, nein! Besonders in Verbindung mit Punkt 2 ist das DER Tipp des Tages!

2. Erfinde immer wieder neue Ausreden

Das Meerschweinchen der Tante deiner Facebookbekanntschaft ist gestorben? Mit so einem seelischen Tiefschlag kannst du heute auf keinen Fall etwas schreiben! Dein Laptop ist im Schlafzimmer und du müsstest extra aufstehen, um ihn zu holen? Yeah, das nenne ich gute Planung! Du hast deine Kamera gerade nicht da und kannst keine Bilder machen? Perfekt, wieder eine Ausrede, warum man keinen Post schreiben kann, denn ohne Bild sieht so ein Blogpost ja langweilig und uninteressant aus und dann will ihn eh‘ keiner lesen. Ausreden erfinden sollte zu deinen Lieblingsbeschäftigungen werden, wenn du dich erfolgreich vorm Bloggen drücken möchtest.

3. Beneide andere um ihre Kreativität

Lies dir andere Blogposts durch und ärgere dich noch mehr darüber, dass du selbst nichts auf den Bildschirm bringst. Andere sind so kreativ und du hast ja nur dein eigenes Leben und Hobbies und die kennst du ja schon. Langweilig!

4. Beneide dein früheres Ich

Lies dir deine eigenen älteren Blogposts durch und stelle fest, dass die ja noch viiiiel besser waren als deine jetzigen und wundere dich, wo du damals die ganze Kreativiät und Wortgewandtheit hergezaubert hast. Frage dich, ob du wirklich der Autor dieser Texte warst und ärgere dich darüber, dass du anscheinend alt und geworden und deine Hirnwindungen eingerostet sind.

5. Ertrinke in Selbstmitleid

Wenn du alle anderen Tipps befolgst, folgt dieser eigentlich ganz automatisch. Bemitleide dich selbst und ziehe in Erwägung mit dem Bloggen aufzuhören. Hau‘ dir dann auf die Finger, weil du genau weißt, dass du ohne auch nicht kannst.

#Ironie #BitteBitteInspiration #DasGehtDochNichtNurMirSoOder?